Symposion „Das Evangelium Jesu Christi“
15. - 18. März 2010

Rektor Prof. Rheinbay SAC
Bischof Dr. Stephan Ackermann
Bischof Dr. Joachim Wanke
Walter Kardinal Kasper
Ivan Kardinal Diaz
Prof. Thomas Söding
Bischof Dr. Kurt Koch
Prof. Eberhard Schockenhoff
Prälat Dr. Klaus Krämer

Der Christ von morgen muss ein informiert Christ sein, um die Botschaft des Evangeliums glaubhaft und verantwortlich in der Welt bezeugen zu können. Nur ein auskunftsfähiges Christentum vermag wahrhaft missionarisch zu sein!

Mit diesen Herausforderungen vor Augen lud das Kardinal Walter Kasper Institut in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V. zu einem Symposion vom 15.-18.03.2010 an die Philosophisch-Theologische Hochschule nach Vallendar ein. Thema des diesjährigen Symposions war das Anliegen der Neuevangelisierung der christlichen Kirchen in Europa, besonders auch in Deutschland. Dabei wurde schnell deutlich, es sind nicht zuletzt die abnehmenden Zahlen der Gottesdienstbesucher und der bekennenden Christen, die Kunde von einem großen Umbruchsprozess in der Glaubenslandschaft bringen. Für viele mag es gar den Anschein haben, als ob die christliche Botschaft an Attraktivität verloren habe, Fundamente weniger tragfähig und Glaubensüberzeugungen weniger einsichtig erscheinen. Rasches und zielstrebiges, jedoch nicht übereiltes und aktionistisches Handeln sind geboten.

Doch was hat uns der christliche Glaube nach nun mehr als 2000 Jahren noch zu sagen? Wie kann die Nachfolge Christi in unserer Zeit heute noch gelebt werden? Wie kann es gelingen, Menschen, vorallem auch junge Menschen, von der Frohbotschaft, dem Evangelium, zu begeistern?

Vier Tage lang sollten Referenten und Teilnehmer des hochkarätig besetzten Symposions diesen Fragen nachgehen.

Montag, 15.03.2010

Nach der Eröffnung des Symposions durch den Rektor der Hochschule Prof. P. Dr. Paul Rheinbay SAC und den Direktor des Kardinal Walter Kasper Instituts Prof. P. Dr. George Augustin SAC sprach sich der Ortsbischof Dr. Stephan Ackermann (Trier) in seinem Eröffnungsvortrag für eine "Reinigung des Gedächtnisses" aus. In Anlehnung an die Formulierungen von Papst Johannes Paul II. in seinen Enzykliken zur Jahrtausendwende betonte er diesen Vorgang als unabdingbare Voraussetzung für die Evangelisierung.

Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt) schloss sich diesen Ausführungen mit der Forderung nach einer "Neuen Auskunftsfähigkeit in Sachen Gottesglauben" an.

Als Vorsitzender der neuen "Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral" der Deutschen Bischofskonferenz betonte er die Notwendigkeit sich im Dialog über Glaubensfragen auf eine offene und liberale, aber auch fragende und suchende Gesellschaft einzulassen.

Dienstag, 16.03.2010

Die beiden aus Rom kommenden Kardinäle Kasper und Diaz hoben in ihren jeweiligen Vorträgen die aktuellen pastoralen, theologischen und geistlichen Herausforderungen der Neuevangelisierung im Raum der Weltkirche hervor. Von einer epochalen Wende in der Geschichte der europäischen Christenheit war ebenso die Rede wie von der Notwendigkeit eines Neuanfangs der Verlebendigung des christlichen Glaubens der gerade in kleinen Gemeinschaften von Engagierten und Begeisterten anzusetzen vermag. Eine Evangelisierung "ad extra" bedarf daher notwendigerweise auch einer Evangelisierung "ad intra".

Was missionarisch Kirche sein dem Wesen nach bedeutet, führten Prof. Dr. Thomas Söding (Bochum) aus der Perspektive "Das Evangelium der Gottesherrschaft" und Bischof Dr. Kurt Koch (Basel) als "Antwort auf eine Welt, die sich ändert" weiter aus.

Mittwoch, 17.03.2010

Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Freiburg i. Br.) ging in seinem Vortrag unter anderem moraltheologischen Dimensionen des Sendungsauftrages Jesu nach, in dem er die Verbindung der Evangelisierung der Völker und dem Leben aus den Weisungen Jesu im Kontext christlicher Ethik untersuchte. Hier klang ebenfalls wie beim zweiten Vortrag des Tages von Prälat Dr. Klaus Krämer (Aachen) der besondere Auftrag "Mission im Dialog" zu begehen, an. Es gilt, den Menschen das Heilsangebot Gottes zu vermitteln, sie zu ermutigen, ihren Lebensweg im Glauben zu gehen und dabei die von Gott geschenkte Liebe zur Prägeform ihres Handelns werden zu lassen.

Wie derartige Formen der Verlebendigung und Verheutigung der Botschaft des Evangeliums aussehen können, zeigten die beiden Referate des Nachmittags. Prof. P. Dr. Hubert Lenz SAC berichtete über seine langjährige Arbeit mit Glaubenskursen für Erwachsene. Er betonte die Notwendigkeit der Erwachsenenkatechese, die ein notwendiger Baustein zukünftiger pastoraler Arbeit werden müsse. Aus Sindelfingen (Schwaben) präsentiert ein Pfarrteam Erfahrungen, Eindrücke und Impulse einer Gemeindemission aus dem Jahre 2007 in Begleitung der Gemeinschaft "Emmanuel". Als lebendiges Zeugnis gelingender Mission unter den Herausforderungen der Moderne wurden wichtige Wegmarken für einen geistig-geistlichen Erneuerungsprozess in Gemeinden und geistlichen Gemeinschaften aufgezeigt.

Die Präsentation einer Gruppe von Studierenden der PTHV, die im Februar 2010 eine Studienfahrt in die ehemalige DDR im Rahmen der Projekttage "Klosterleben als christlicher Lebensentwurf" unternommen hatte, rundete den dritten Tag des Symposions ab.

Donnerstag, 18.03.2010

Der Abschlussvortrag des diesjährigen Symposions blieb dem Direktor des Kardinal Walter Kasper Instituts, Prof. P. Dr. George Augustin SAC, dem letzten Doktoranden von Kardinal Kasper, vorbehalten. Unter dem Titel "Den Glauben wieder beleben und die Liebe neu entzünden. Neue Evangelisierung nach dem heiligen Vinzenz Pallotti" stellte der Referent in sehr anschaulicher Weise dar, wie die Vision einer Kirchen-Gestalt des römischen Heiligen Vinzenz Pallotti (1795-1850) bis heute bleibend Wesen und Selbstverständnis der Kirche beeinflusst und prägt.

Ein feierliches Pontifikalamt mit dem Gebetswunsch, selbst zu lebendigen Zeugen des Glaubens zu werden, bildete den Höhepunkt und zugleich auch den Abschluss der Veranstaltung.

Auditorium Pfarrteam Sindelfingen Prof. George Augustin SAC Prof. Hubert Lenz SAC

 

 


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